Die Osteopathie ist eine ganzheitliche
Methode, die sich zur Diagnose und Therapie der Hände
des Therapeuten bedient. Das heißt, der Osteopath tastet die
Mobilität der einzelnen Gewebs- und Funktionsstrukturen (Organe,
Gelenke...) zueinander, beurteilt deren Funktion und löst Disharmonien
(Läsionen) durch spezielle Korrekturverfahren und Techniken auf.
Zielsetzung
Der Osteopath geht bei der
Behandlung sehr methodisch vor, um sein Ziel, das Auflösen der Beschwerdeursachen,
zu erreichen. Die Osteopathie versteht sich nicht als reine Symptombehandlung
sondern versucht bestehende Funktionsstörungen und deren schmerzhaften
Ausdruck am ursächlichen Ausgangspunkt zu beseitigen. So kann ein
Sturz aufs Steißbein über Jahre eine Läsionskette auslösen,
die von Kreuzbeschwerden bis zu Kopfschmerzen reicht. Wird die Läsionskette
vorzeitig unterbrochen treten bestimmte Beschwerden gar nicht auf. Daher
auch der große Wert der Osteopathie nicht nur in der Beseitigung
von Beschwerden sondern auch in der Prophylaxe (Vorbeugung). Dies
tritt vor allem in der Säuglingsbehandlung nach Geburtstraumen
zutage, wo gewisse Fehlentwicklungen durch den Osteopathen verhindert
oder abschwächt werden können.
Behandlung
Der Weg der Behandlung führt
über sämtliche Strukturen des Körpers, die mit der Läsion
(lat. Verletzung, Störung) im Zusammenhang stehen und eine sogenannte
Läsionskette bilden. Diese Läsionskette kann kreuz und
quer durch den Körper vom kleinen Zeh bis zum Schädeldach reichen.
Um Läsionsketten erfolgreich zu behandeln und an den Ausgangspunkt
der Beschwerden zu gelangen, bedarf es vom Osteopathen detektivischer
Arbeit gekoppelt mit genauem Wissen über die Anatomie und Funktion
der betroffenen Strukturen. Aus diesem Grund spielt die Aufnahme der Krankengeschichte,
die Palpation (ertasten und erspüren der Mobilität, Spannungen
und Qualität des Gewebes), die funktionelle Austestung der
gelenkigen Verbindungen sowie die Betrachtung des Patienten in seiner
Gesamtheit eine wichtige Rolle.